Hans-Georg Gadamer als Platon-Interpret: Die Musik

-Fangen die Engel/wirklich nur Ihriges auf/ihnen Entstromtes, /oder ist manchmal, wie aus Versehen, ein wenig/unseres Wesens dabei? Sind wir in ihre/Zuge soviel nur gemischt wie das Vage in die Gesichter/schwangerer Frauen?- Diese Verse aus der zweiten Elegie von Rainer Maria Rilke benennen den philosophischen Kern dieses Buches: die Beziehung zwischen Endlichkeit und Unendlichkeit in Hans-Georg Gadamers Denken. Die Musik erscheint als ungewohnlicher, aber unverzichtbarer Fuhrer, um die Wege der Dialektik von Logos/Sprache und der Beziehung zwischen dem Schonen und Guten nachzuvollziehen, die fur Gadamers Humanismus kennzeichnend sind."

Deshalb erlangt das alte platonische Motiv des Aufstiegs zum Einen, Guten eine
neue Form, als Plotin unter Verwendung von Bildern und Symbolen die von der
sinnlichen Welt getrennte geistige Welt evoziert. Die geistige Welt würde der ...